Klassiche Werbung gegen Facebook Anzeigen – Warum man ruhig mal Äpfel mit Birnen vergleichen kann

von | Jan 7, 2017 | Allgemein | 0 Kommentare

Zu Anfang muss ich direkt korrigieren. So ganz hat das nichts mit Äpfeln und Birnen zu tun. Man kann klassische Werbung und Facebook Ads natürlich vergleichen, denn beides sind grob gesagt erstmal Werbeformen, nur eben auf unterschiedlichen Medien.

Besonders im lokalen Einzelhandel erfreut sich die klassische Werbung in Print und Radio immer noch großer Beliebtheit. Warum das so ist und warum Facebook Werbung an manchen Stellen vielleicht die bessere Lösung ist, möchten wir heute erläutern.

Du denkst dir jetzt vielleicht „Natürlich muss sie das sagen, sie verdient ja ihr Geld damit“. Stimmt – aber vielleicht gucken wir uns einfach mal ein paar Punkte an und danach kannst du ja ganz einfach selbst entscheiden, wo du in Zukunft dein Werbebudget investieren möchtest.

Die Zielgruppe

Print und Radio: Je nachdem, welche Zielgruppe man erreichen möchte, sucht man sich das passende Medium aus. Jede Zeitung und jeder Radiosender hat sogenannte Meta-Daten, die wichtige Informationen über die Zielgruppe ausgeben. Dort findet man Dinge wie die Altersstruktur, die Region, in der die Leser wohnen und einige andere Infos. Das Stichwort ist hier „Streuverluste“. Selbst wenn du die größtmögliche Schnittmenge zwischen deiner gewünschten Zielgruppe und den Lesern der Zeitung oder den Hörern des Radiosenders abdeckst, gibt es immer noch eine Menge Leser, für die deine Werbung überhaupt nicht interessant ist und die bezahlt man natürlich trotzdem mit, denn jeder bekommt die gleiche Zeitung mit dem gleichen Inhalt.

Facebook: Für Werbetreibende ist das mächtigste Tool von Facebook die Unmenge an Daten, die das Netzwerk über seine User bereit hält. Als Unternehmen kann man sich diese zu Nutze machen und seine Zielgruppe so genau definieren, dass die oben erwähnten Streuverluste quasi gegen Null gehen. Vorausgesetzt, du kennst deine Zielgruppe und hast deine Werbeanzeige dementsprechend sorgfältig erstellt. Von Alter, über Wohnort, Schulabschluss, Familienstand, Interessen, Hobbys bis hin zum Nutzungsverhalten und der Info, mit welchem Gerät deine Zielgruppe hauptsächlich das Internet nutzt, kann man bei Facebook Werbung alles angeben. Die Möglichkeiten sind fast unendlich. Das ist sowohl von Vorteil, wenn man ein Thema hat, was viele Menschen interessiert, wie zum Beispiel Mode, aber auch wenn man eine Nische bedient, in der die Zielgruppe relativ klein ist. Die Anzeigen werden nur von den Leuten gesehen, die sie auch wirklich sehen sollen. Und das spart vor allem Geld.

Die Gestaltungsfreiheit

Print und Radio: Der Preis eines Zeitungsinserats hängt von der Größe der Anzeige in mm und der Farbe ab. Manchmal kommt noch eine begrenzte Zeichenmenge dazu. Da ist man mit einer halbseitigen Anzeige in Farbe locker ein paar Tausende Euros los. Im Radio sind es Sekundenpreise. Zusätzlich noch die Produktion eines Radiospots. Das geht ins Geld. Wenn man sich die Printwerbung mal anschaut, wird eigentlich klar, dass hier leicht ersetzbare Flächen verkauft werden. Alles sieht irgendwie gleich aus, wird direkt als Werbung erkannt und von den meisten automatisch überlesen. Das liegt natürlich auch daran, dass viele Werbebotschaften dem Leser einfach nur was verkaufen wollen ohne den Nutzen deutlich zu machen, aber das wird bei einer Printanzeige mit maximal 100 Zeichen auch schwer. Selbst, wenn man sich was Kreatives einfallen lässt.

Facebook: Ein Foto, ein Video, ein Link zu einer Webseite. Das sind alles Dinge, die man innerhalb von Facebook als Medium für Werbung nutzen kann. Eine der wenigen Einschränkungen, die Facebook hier vorgibt lautet, dass eine Anzeige nicht mehr als 20% Text enthalten darf. Aha… Wieso das denn? Unter anderem, weil es einfach nur plump ist „Hier ist unser Produkt – Kauft es“ in die Welt hinaus zu schreien und zu hoffen, dass sie schon in Scharen kommen werden. Hier ist also eine gute Bildsprache sehr wichtig. Informationen lassen sich aber zum Beispiel über einen angehängten Link super verpacken. Ganz ohne Zeichenbeschränkung. Selbst wenn man hier noch die grafische Gestaltung der Anzeige mit einberechnet, werden die Kosten pro relevantem(!), erreichtem Nutzer immer noch niedriger sein als im Bereich der klassischen Anzeigenwerbung. Was uns zum nächsten Punkt führt:

Der Preis

Print und Radio: Wie oben schon kurz angerissen bestimmt sich der Preis eines Zeitungsinserats nach der Auflage und der Größe der Anzeige. Den Preis bestimmt also das Medium. Rabatte gibt es für große Mengen und vielleicht noch einen redaktionellen Beitrag als Bonbon dazu. So die Lage. Für Unternehmen mit einem kleineren Werbebudget geht da nicht besonders viel. Außer man ist bereit, sein komplettes Budget auf diesen einen Kanal zu schichten.

Facebook: Einfach ausgedrückt kann man bei Facebook Anzeigen sein Budget selbst wählen. Natürlich ist die Reichweite abhängig davon, wieviel Budget ich einsetze, aber viel ausprobieren und dann dort hin umschichten, wo es am besten funktioniert, das geht mit Facebook ganz wunderbar. Ich kann die Werbung meinem Budget anpassen, bei Engpässen eine Kampagne runterschrauben oder beim Erfolg einer guten Facebook Werbung noch weiteres Budget investieren.

Die Erfolgsmessung

Print und Radio: Wenn eine Werbung gebucht wurde, möchte man natürlich auch wissen, was man denn jetzt genau bekommen hat für das viele Geld. Das ist hier natürlich sehr schwierig. Mal abgesehen von Coupon Aktionen und dem guten alten Nachfragen beim Kunden, woher er denn von der Aktion erfahren hat, bleibt eigentlich nicht viel übrig. Zumal die Antworten, die man aus diesen Aktionen bekommt nur grobe Richtwerte sind und somit eine Optimierung für die Zukunft auch nahezu unmöglich ist.

Facebook: Quasi in Echtzeit kann man den Erfolg einer Facebook Werbeanzeige messen. Wie gut habe ich meine Zielgruppe erreicht, wie kommt das Foto oder Video an, das ich für meine Kampagne eingesetzt habe, wie wirkt die Botschaft. Und weil das alles schon während der laufenden Kampagne zu sehen ist, hat man hier ganz andere Möglichkeiten zur Optimierung. Jede Zielgruppe ist anders und die gleiche Zielgruppe verhält sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten ganz anders. So ist das, wenn man mit Menschen kommuniziert und nichts Anderes ist Werbung ja.

Aber für wen ist Print denn dann noch interessant?
Für lokale Einzelhändler, Handwerker und KMU’s lohnt es sich auf jeden Fall, sich über die Möglichkeiten der Facebook Werbung zu informieren. Die Vorteile liegen auf der Hand.
Große Unternehmen mit einem großen Werbebudget halten an der klassischen Printwerbung meist fest, weil sie eben zu einem guten Marketing Mix dazu gehören. Im Vordergrund steht hier nicht der Preis im Vergleich zu dem was hinten raus kommt, sondern sich werbemäßig möglichst breit aufzustellen. Daher ist Printwerbung hier auch bitte nicht per se als absolut schlecht anzusehen. Für Unternehmen mit begrenztem Werbebudget ist Facebook aber auf jeden Fall die bessere Alternative.

 

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